Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule

Gebundene Ganztagsschule mit gymnasialer Oberstufe

24149 Kiel, Masurenring 6, Tel. 0431/205080; Fax: 0431/2050860

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Toni Jensen - eine Kieler Bildungspolitikerin


Toni Jensen, unsere Namenspatronin, wurde am 25. September 1891 in Tönning/Eiderstedt geboren. Als sie drei Jahre alt war, zog ihre Familie nach Kiel. Sie war das älteste von sechs Geschwistern und hatte zwei Schwestern und drei Brüder.

Toni Jensen besuchte vier Jahre lang die Volksschule und im Anschluss, für eine Arbeitertochter damals unüblich, die erste Mädchen-Mittelschule in Kiel. Von 1908 bis 1911 lernte sie am Königlichen Lehrerinnen-Seminar auf der Insel Alsen den Lehrerberuf und schloss die Ausbildung mit Berufsexamen ab. Ihre erste Lehrstelle erhielt Toni Jensen in Gelsenkirchen und arbeitete dort bis 1915, nebenbei war sie in der Jugendpflege tätig. Sie kehrte nach 1915 nach Kiel zurück.

Seit 1919 engagierte sich Toni Jensen als SPD-Stadtverordnete, 1921 ging sie „hauptamtlich“ in die Politik und wurde Kieler SPD-Abgeordnete im Preußischen Landtag in Berlin. Ihre politischen Schwerpunkte beschrieb die junge Landespolitikerin damals wiederholt in der Kieler Volkszeitung. So zählten zu ihren Anliegen die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, die Sozial- bzw. Wohlfahrtspolitik sowie die Bildungs- und Schulpolitik, die sie alle vom Standpunkt einer reformfreudigen Sozialdemokratin aus betrachtete und vertrat. Konkrete Erfolge erzielte Toni Jensen als im Jahre 1926 eine der neu zu gründenden Pädagogischen Akademien nach Kiel kam und als 1928 bei Flensburg ein Volkshochschul-Internat gegründet wurde.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Anfang 1933 verlor die 41-jährige Toni Jensen ihr Mandat und es gab für sie keine Beschäftigung mehr, auch nicht als Lehrerin. 1935 begab sie sich auf eine einjährige Studienreise in die USA und nach England und widmete sich dort dem Bildungssystem.

Sie erteilte den Krieg hindurch und auch die ersten Nachkriegsmonate fremdsprachlichen Privatunterricht bis sie am 6.12.1945 Ratsfrau im Kieler Stadtparlament wurde. Kurz darauf bewarb sie sich als städtische Schulrätin und übernahm am 1. Februar 1946 dieses Amt. Unter ihrer Anleitung begann bereits 1949 der Neubau von drei Schulen, gleichzeitig betrieb sie eine intensive Personalpolitik um den Lehrermangel zu beheben.

Toni Jensen war jedoch auch für das Kulturwesen der Stadt zuständig. Sie förderte zeitgenössisches Theater und Kabarett. Das zerstörte Stadttheater wurde neu aufgebaut. Als sie gerade 65 geworden war, wurde Toni Jensen zum 1. Oktober 1956 pensioniert, allerdings fungierte sie bis 1966 als SPD-Ratsherrin. 1970 siedelte sie in ein Seniorenheim um, in dem sie am 20. Oktober 1970 verstarb.